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„Miserable Failure“ Google Bomb

Gestern Abend unserer Zeit wurde eine bemerkenswerte Änderung im Google-Algorithmus vorgenommen, der das Ranking, also die Anordnung der Suchergebnisse in Abhängigkeit eines Suchbegriffs bestimmt. Dieser Algorithmus ist sehr komplex und letztendlich fußt auf ihm das Erfolgsrezept von Google. Nun wurde ein kleines Detail geändert, welches aber eine recht große Bedeutung hat, vor allem für das Image von Google.

Bislang war die Suchmaschine machtlos gegen ein spezielles Manipulationsverfahren, die sogenannte „Google Bomb“. Da die Linktexte externer Links, die auf eine Website zeigen, für deren Platzierung hinsichtlich der in den Linktexten gebrauchten Begriffe förderlich sind, konnte dieser Mechanismus ad absurdum geführt werden. Denn auf diese Weise konnte eine Website auch für einen zusammenhangslosen Suchbegriff, der auf der Website selber gar nicht vorkommt (und für den die Website also keine „Relevanz“ hat, um bei der Google-Terminologie zu bleiben), optimiert werden. Man benötigte lediglich eine hinreichend große Zahl externer Links mit eben diesem Suchbegriff. Ein Beispiel dafür war die Suche nach „miserable failure“, die seit geraumer Zeit – bis gestern abend – auf Platz 1 die Biografie von George W. Bush lieferte. Es liegt auf der Hand, dass diese Art der Suchmaschinenoptimierung von Webmastern in aller Welt initiiert wurde, die die Weltanschauung des Herrn Bush nicht teilen… Gleiches wiederfuhr bis vor einiger Zeit einem österreichischen Politiker bzw. dessen Website mit dem Suchgegriff „Inkompetenz“.

Google hat sich zeitnah ganz offiziell zu Wort gemeldet und die Verbesserung des Algorithmus hinsichtlich der Manipulierbarkeit durch eine Google Bombe bestätigt. Es ist anzunehmen, dass vor allem der Zusammenhang zwischen den Linktexten und den Inhalten der verlinkten Website genauer analysiert wird. Daher stellt sich sofort die Frage, ob Kollateralschäden zu befürchten sind. Ob also korrekte (i.e. Google-konforme) Optimierungen, die Besucher zielgerichtet auf Webseiten mit für sie relevanten Inhalten führen sollen, ebenfalls Schaden nehmen können. Das wäre der Fall, wenn Linktexte relevant sind, aber nicht (oder nur in sehr geringem Maße?) auf der verlinkten Website vorkommen. In welchen Konstellationen das zutreffen kann, sollte jeder Webmaster anhand seiner Projekte sicherlich einmal überdenken.

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